Der Flat Coated Retriever

ist ein so genannter ?Jagdhund nach dem Schuss?!
 
Denn to retrieve bedeutet nichts anderes als ?zurückbringen/apportieren. Alles, was vor dem Rassenamen ?Retriever" steht, bezeichnet entweder die Gegend, aus der er kommt, oder die Fellbeschaffenheit:
 
Labrador Retriever, der Apportierer "aus Labrador"; Golden Retriever , der Apportierer "mit dem goldenen Fell"; Flat Coated Retriever, der Apportierer "mit dem flachen Mantel". Es gibt noch drei weitere Retriever, schauen Sie auf der DRC-Seite nach, wenn Sie mehr erfahren möchten.
 
Der Flat ist nach FCI-Richtlinien entweder schwarz (überwiegend) oder braun (selten). Es gibt ihn auch in gelb, wird dann zur Zucht jedoch nicht zugelassen (hierüber kann man streiten, früher war der braune Labrador nicht erlaubt, bis Bill Clinton einen hatte).
 
Der Flat entstand aus dem Ur-Labrador, dem so genannten ?kleinen St. Johns-Hund?. Aus dem ?großen St- Johns-Hund? bzw. ?Newfoundland-Dog? entstand der Neufundländer. So sind also auch Flat und Neufi im weitesten Sinne verwandt. Der St. Johns-Dog wurde auch als Wavycoated Retriever bezeichnet (gewellt).
 
Der Flat entstand in England, ca. Mitte bis Ende des 19. Jhd., vermutlich durch die Einkreuzung von schwarzen Settern (die es damals noch gab), und durch spätere Einkreuzung des ?Schottischen Schäferhundes? (der nichts mit dem heutigen Collie zu tun hat). Daher auch das Gelb-Gen, und wohl auch Scheckung kam vor, die jedoch herausgezüchtet wurde. Jedenfalls soll der Begründer der Rasse Mr. S. E. Shirley gewesen sein, und auch ?Shirley Retriever? war Ende des 19. Jhd eine Bezeichnung für den Flat. (Bei Interesse siehe DRC).
 
Der Flat ist ein sanfter, sensibler, gutmütiger und temperamentvoller Hund von großer Eleganz. Er apportiert für sein Leben gern, doch am liebsten am Wasser. Überhaupt liebt er Wasser sehr, und er saut sich so manches Mal in Suhlen genüsslich ein. Wer das nicht mag, sollte generell überhaupt keinen Retriever nehmen. Retrieverfreunde stört es selten, und man legt sich seine Strecke so, dass man am Schluss noch an nem sauberen Bach, Teich oder Fluss vorbei kommt, dann ist er wieder sauber.
 
Der Flat ist immer gut drauf, sogar bei für HD/ED-Untersuchungen nötigen Narkose wedelt er, bis er schläft. Und erwacht er aus der Narkose, sieht man das zuerst am Schwanzwedeln. Er ist unkompliziert, leicht auch für Anfänger zu führen, und äußerst verträglich mit allem und jeden (außer, man hat Fehler im ersten Jahr gemacht, doch das betrifft ja jeden anderen Hund auch).
Der Flat ist ein Hund, der auch in schwarz auf andere sehr sympathisch wirkt, und wird gerne in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Außerdem eignet er sich aufgrund seiner Apportier-Freude besonders als Rollstuhl-Begleithund oder als Helfer für Gehörlose.
 
Ganz nebenbei ist er ein ganz ausgezeichneter Jagdhund, und zwar für die Nachsuche! Lernt er von klein auf (ab der 8. Woche beim neuen Besitzer), sitzen zu bleiben (Steadyness = Standruhe), während das Apportel fliegt, geht er auch keinem flüchtenden Wild hinterher. Denn wenn man seinem Hund beibringt, dass er einem fliegenden Ball, Dummy oder Frisbee hinterher jagen darf (bewegte Beute), muss man sich nicht wundern, wenn er einem Hasen, Reh oder Vogel hinterher hechtet.
 
Allerdings ist der Flat nicht als Jagdhund für Wildschweine oder anderes wehrhaftes Wild geeignet, dazu ist er zu weich, und er verträgt keine Härte in der Ausbildung. Durch sein Willen, zu gefallen (will to please), ist er sowieso leicht auszubilden. Der Flat ist ein anhänglicher, geduldiger und verschmuster Hund, der sich auch für Familien eignet.



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